Triest Travel Guide – ein Winterwochenende

Triest Travel Guide – ein Winterwochenende

Es sollte unser erster Last-Minute-Trip werden. Zu Weihnachten buchen, über Silvester verreisen. Wir wussten lange nicht wohin – Barcelona, London oder doch Kroatien? Nach mehreren kleinen und großen Herausforderungen und der Feststellung, dass keines der zahlreichen Silvesterangebote zu unserem Budget passt, entschieden wir uns für einen Roadtrip nach Italien, genauer gesagt nach Triest. Großstädte mögen aufregend und unvergesslich sein, doch das kleine Städtchen Triest hatte so viel Charme, dass uns dieses Winter-Wochenende bestimmt immer in Erinnerung bleiben wird.

Normalerweise sehne ich mich ja nach Sommer, Wärme und barfuß am Strand herumlaufen. Diesen Winter hat mich das Fernweh aber derart gepackt, dass wir uns dazu entschlossen haben spontan über Silvester zu verreisen. Irgendwohin, ohne großen Plan, aber mit einem kleinen Budget. Ich bin ja eher der Organisations- und Planungstyp. Diese Eigenschaft mochte ich immer an mir, nicht aber beim Reisen. Hier versuche ich in letzter Zeit immer spontaner und flexibler zu werden. Die Jagd nach tollen Last-Minute-Angeboten war aber absolut unzufriedenstellend. Je länger wir warteten, umso teurer wurden die Preise – alles nicht so wie geplant. Dann eben etwas näher, am besten mit dem Auto erreichbar. Italien und Kroatien sollen ja auch im Winter wundervoll sein. Die Auswahl war riesig – wir kannten kaum eine der Städte, aufwendige Recherchen wollten wir dieses Mal aber ja vermeiden. Schließlich stieß ich auf Sommertage’s Blogartikel über ein Wochenende in Triest. Eine kleine Stadt mit einem schönen Kern, noch dazu direkt am Meer und nur etwa 4,5h von Wien entfernt. Voila! 

Fahrt nach Italien und unsere Unterkunft

Nachdem gut 99% aller Hotels in Triest und Umgebung restlos ausgebucht waren und ich schön des Öfteren vom „Rilkeweg“ in Sistiana gehört hatte (nur 15km von Triest Zentrum entfernt), buchte ich über Booking.com ein Zweibettzimmer im Hotel Eden. Unser Mietauto fanden wir über BUDGET – der Anbieter war mit großem Abstand der günstigste, da es kein Auto mehr in unserer Kategorie gab wurden wir kostenlos upgegradet. Als „Neujahrsgeschenk“ wurde uns noch dazu der Aufpreis erlassen, den wir wegen der Fahrt über Slowenien bezahlen hätten müssen.

Freitag Nachmittag düsten wir gut ausgerüstet von Wien aus los. Die Autofahrt war unglaublich entspannt, die Autobahnen in Slowenien sind deutlich besser ausgebaut als erwartet und nach fünf Stunden inklusive Pausen kamen wir in Sistiana an. Das Gute an der gewählten Strecke: bei mehr als der Hälfte der Fahrt befindet man sich in Österreich, weshalb wir uneingeschränkt Musik über Spotify hören konnten. Wir fielen erst nach Mitternacht ins Bett und ich genoss einen derart ruhigen Schlaf, wie ich ihn selten erlebt habe. Am nächsten Morgen schlemmten wir bei Kaminfeuer und kauften anschließend Proviant in einem nahe gelegenen Supermarkt – inklusive Silvesterwein! 


Dinge, die man in Triest machen muss


Dass das italienische Hafenstädtchen Triest früher einmal zu Österreich gehörte, versetzte vor allem Paul bei unserem Besuch in große Nostalgie – mit gutem Grund: Triest verführt mit malerischen Kulissen am Meer, einem charmanten Stadtkern und ist dabei weit nicht so touristisch wie Rom oder Venedig. Triest ist eine Stadt, die man auch bei Schlechtwetter erträgt! 

Spaziergang zum Castello di Miramare

Das Schloss Miramare liegt nördlich von Triest und thront auf einem Felsvorsprung über der Bucht von Grignano. Wir spazierten an der Strandpromenade entlang zum Schloss und gewöhnten uns langsam an die eisigen Temperaturen. Ebenso umwerfend wie die Aussicht ist der riesige Schlossgarten von Miramare, in dem man sich schnell verlieren kann. Kaiserin Sisi von Österreich bewohnte während ihrer Reisen immer wieder das Schloss Miramare, insgesamt soll sie hier 14 Mal residiert haben. Beim Durchgang durch das prunkvolle Anwesen wurden wir sofort in eine andere Zeit zurückversetzt. Schlösser gibt es wie Sand am Meer, doch dieses hat etwas ganz Spezielles in mir hervorgerufen: pures Glück und Begeisterung für Architektur und die Natur. Das Schloss gewährt einem einen atemberaubenden Blick über das Meer, welches im Winter so von einer Nebelschicht überzogen ist, dass das Ende unerreichbar scheint. 

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das Zentrum von Triest erkunden

Mehr Wien als Venedig – was für eine passende Beschreibung, die mir wenige Wochen vor unserem Aufenthalt untergekommen ist. Gerade auf der Piazza dell’Unità d’Italia, dem Hauptplatz von Triest und gleichzeitig Italien’s größtem Platz mit Blick aufs Meer, fühlt man sich wie im 1. Bezirk von Österreichs Hauptstadt. Die Stadt ist voller weitläufiger Plätze und kleiner Gassen und an jeder Ecke findet man ein Cafe, in dem Einheimische ihre Espressi genießen. Wir verbringen unseren Nachmittag damit uns in den Gassen zu verlieren, am Hafen entlang zu spazieren und wärmen uns im Cafe AdoroTriest ist eher klein und kann wunderbar an einem Tag besichtigt werden.

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Sonnenuntergang am Canal Grande

Als die Sonne allmählich anfing unterzugehen spazierten wir gemütlich am Hafen entlang zum Canal Grande, einem schiffbarer Kanal-Bootshafen ganz in der Nähe der Piazza dell’Unità. Der Canal Grande ist zwar nicht so spektakulär wie jener in Venedig, der Sonnenuntergang lässt die Boote und das Wasser jedoch in einem einzigartigen Licht erstrahlen. Bereits um 16 Uhr hat sich die Sonne fast ganz von uns verabschiedet – zu diesem Zeitpunkt saßen wir direkt am Hafen, die Füße über dem Ufer baumelnd. Es war windig, sehr kalt und trotzdem der für mich schönste Moment des Tages.

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Pizza essen im Da Gino

Die wohl besten Pizzen gönnten wir uns in der Pizzeria Da Gino, einem kleinen, typisch italienischen Restaurant ein bisschen außerhalb des Zentrums. Sowohl der Geschmack als auch der Preis waren umwerfend – für zwei Pizzen, eine große Flasche Wasser und ein Bier bezahlten wir insgesamt 20€. 

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den Rilkeweg in Sistiana gehen

Wandern auf den Spuren von Rainer Maria Rilke in Duino – vielleicht nicht das erste, was man mit einer Reise nach Triest verbindet. Doch für mich war schon vor Reiseantritt klar: ich brauche Natur! Ich wollte das Meer so gut es geht auskosten, wenn es schon zu kalt war um darin zu baden. Mir ist bewusst, dass ich in Österreich sehr gesegnet mit Natur bin, doch das Meer ruft etwas in mir hervor, was mir mein Heimatland nicht geben kann. Es war ein wunderschöner sonniger und warmer Vormittag in Sistiana und Duino. Wir wanderten den Rilkeweg, nach dem Dichter Rainer Maria Rilke benannt, entlang. Entlang der Steilküste hatten wir einen wunderbaren Blick auf den Golf von Triest. Unser Ziel war das Schloss Duino, dessen Geschichte bereits 1300 begann – eine einzigartig schöne Burg mit einer genauso fantastischen Aussicht! 

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Ein krönender Abschluss unserer Reise war das Silvesterfeuerwerk am Hafen von Triest. Wir verbrachten den Abend in verschiedenen Restaurants und Bars, Triest war in dieser Sonntagnacht voller Menschen und Leben. So spontan dieser Trip auch war, so sehr haben wir ihn genossen. Und ich spüre, dass dieses Jahr ein gutes wird. 

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