Rom Travel Guide – ein perfektes Wochenende in der ewigen Stadt

Written by sophiesollmann

Stellt euch vor, ihr habt 3 Tage, um Rom zu entdecken?

Kann man wirklich Kolosseum, Vatikan, Fontana di Trevi und alle anderen Monumente in so kurzer Zeit besuchen? Ja, man kann! Klingt stressig? Ist es nicht! Ich darf behaupten, dass uns dieser Kurztrip im Sinne des Erlebens und Genießens unglaublich gut gelungen ist. In diesem Reisebericht findest du alle Highlights des Städtetrips sowie unsere persönlich gewählten Routen, um jeden Tag sinnvoll, aber entspannt zu gestalten. Von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen gibt es auf unseren Reisen nicht – deshalb verspreche ich euch, dass ihr die Magie der ewigen Stadt sofort spüren werdet!

Anreise per Nachtzug

Einschlafen in Wien und aufwachen in Rom – das ist mit dem ÖBB Nachtzug möglich! Nach langem Hin- und Herüberlegen, ob eine Flugreise nicht doch entspannter wäre, habe ich mich letztendlich für die günstigere Variante entschieden. Dank ÖBB-Vorteilscard und Sparschienen-Angebot bezahlten wir pro Person gerade einmal 78€ für Hin- und Rückfahrt (Sitzplatz in einem 6er-Abteil). Den Komfort stellen wir etwas hinten an, dafür nahmen wir uns vor, unser Geld vor allem für gutes Essen und schöne Abende auszugeben. Der Fakt, dass ich nur ungern fliege, machte die Reise für mich automatisch gemütlich. Reist man zu zweit, kann man die beiden gegenüberliegenden Sitze ganz einfach umlegen, sodass ein schmales Bett entsteht. Bei der Rückreise hatten wir noch dazu unheimliches Glück – wir hatten das gesamte Abteil für uns alleine 🙂

Einer Familie mit Kindern würde ich diese 13h-Fahrt ehrlich gesagt nicht empfehlen, für junge Leute ist es definitiv eine günstige Alternative zum Flug! Ein weiterer Vorteil ist, dass man, anders als bei Flugreisen, nichts von seinem Reisetag verliert, da man gut ausgeschlafen in der Früh ankommt und noch den gesamten Tag vor sich hat. 

Gut zu wissen:

Rüstet euch mit leichten Kissen, dünnen Decken, Oropax und Schlafmaske aus! Klingt nach viel Gepäck? Ist es nicht! Vor kurzem habe ich mir bei ZARA eine tolle Jutetasche bestellt. Darin hatte alles Platz, was wir für die Nacht benötigten. Dank Ohrstöpseln bekam ich von so manch nächtlichem Lärm nur wenig mit. Was ich außerdem für alle empfehlen kann, die unter Reisekrankheit leiden, sind homöopathische Reisetabletten aus Ingwer. Bei mir haben sie Wunder bewirkt – das durchgehende Rütteln des Zuges hat bei mir weder Übelkeit noch Schwindel verursacht.
Wählt einen Sitzplatz am Fenster! Wir waren äußerst dankbar, dass wir uns für zwei Fensterplätze entschieden haben. Hier kann man sich mit seinem Kissen etwas an die Fensterbank schmiegen – anstatt an seinen unbekannten Sitznachbarn – und gewinnt dadurch etwas an Platz dazu. Außerdem bietet der Fensterplatz mehr Bewegungsfreiheit und ausklappbare Tischchen inklusive Stromanschluss. 

Das Hotel

Eine schöne und trotzdem preiswerte Unterkunft im Zentrum von Rom zu finden stellte sich als schwieriger als gedacht heraus. Roms Preise scheinen mir in den letzten Jahren wahnsinnig in die Höhe geschossen zu sein. Umso froher war ich, als mir die Hotelplattform Secret Escapes ein Angebot für das Hotel Forum mitten in der Innenstadt empfahl. 

Hotel Forum Rom

Besser hätten wir es für diesen Urlaub wohl kaum treffen können, vor allem was die Lage betrifft. Das elegante 4-Sterne-Superior-Hotel Forum befindet sich unmittelbar neben dem Forum Romanum, beim Frühstück genießt man einen Panoramablick über die Stadt, das Kolosseum befindet 2 Minuten von der Unterkunft entfernt und die Piazza Venezzia ist quasi einen halben Katzensprung entfernt. Typisch römisch kaiserlich verbrachten wir hier 2 wundervolle Nächte.

Tag 1 – italienisches Flair genießen

Frühstücken und die Umgebung erkunden

9:20 – Ankunft Roma Termini. Vom Bahnhof ging es mit der Buslinie 46 direkt zum Hotel. Zu unserem Glück durften wir bereits am Vormittag in unsere Zimmer und verstauten erstmals unser Gepäck. Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns auf den Weg, um unsere knurrenden Mägen zu füllen. Wie immer zogen wir ohne Ziel los, erkundeten die Gassen in der Nähe unseres Hotels, mit der Hoffnung auf ein gemütliches Café zu stoßen. Nach einem halbstündigen Spaziergang durch das heiße Rom schraubten wir unsere Ansprüche etwas zurück. Wir mussten feststellen, dass Römer nicht wirklich gerne brunchen. Hier isst man eher am Abend viel.

Dementsprechend gering war die Auswahl an Cafés, bei denen man mehr als einen Espresso bekam. Wir entschieden uns letztendlich für ein nicht ganz so modernes Lokal, die Auswahl an Essen war dafür umwerfend. Nach einem Sandwich, mehreren Tassen Kaffee, einem Orangensaft und einem leckeren Marmeladen-Croissant hatten wir genug Energie gesammelt, um die Erkundung fortzusetzen. 

Sophie Sollmann
Colosseum und Forum Romanum

37 Grad, das zeigte zumindest meine Wetter-App. Ziemlich heiß für Ende August. Meine stundenlangen Recherchen nach dem günstigsten Zeitpunkt, um im Spätsommer in die Hauptstadt Italiens zu fahren waren wohl für „den Hugo“, wie man in Österreich so schön zu sagen pflegt. Trotz des tropischen Klimas strotzten wir nur so vor Tatendrang; vor allem weil wir wussten, dass sich in der Nähe unseres Hotels drei der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt befanden. 

Wir zogen vorbei an den mächtigen Mauern des größten antiken Amphitheaters der Welt – dem Kolosseum – drinnen waren wir beide schon einmal, deshalb ließen wir das Museum bei dieser Reise ausfallen. Aber eines kann ich sagen: wenn mir eine Sehenswürdigkeit unglaublich in Erinnerung geblieben ist, dann ist es hier – das Gefühl sich in einer vollkommen anderen Zeit zu befinden, das Hineinversetzen in die tausenden Zuschauer der Gladiatorenkämpfe, der leichte Schwindel auf den hohen Bühnen; das alles ist den Eintrittspreis und das lange Warten auf alle Fälle wert! Danach nahmen wir uns etwas Zeit, um das einstige Zentrum Roms zu erkunden, das Forum Romanum. Es ist kaum vorstellbar, dass hier einmal das alltägliche Leben der Stadt herrschte. Die meisten Bauten lassen sich von den Aussichtsplattformen betrachten, die schattigen Plätze sorgen für ein paar erholsame Minuten. 

Gut zu wissen:

Früh aufstehen! Das Kolosseum ist ein ganz besonderes Highlight, deshalb solltet ihr gleich frühmorgens aufbrechen, um lange Warteschlangen zu vermeiden. Empfehlenswert ist auch der Audioguide!

Piazza Venezia

Einer meiner liebsten Plätze der Stadt ist die Piazza Venezia. Sie verzaubert mich sowohl am Tag, als auch in der Nacht: Lebhaft, atemberaubend, umwerfend. Sesshaft in Wien bin ich verwöhnt, was historische Architektur betrifft. Doch was die Römer hier erschaffen haben, lässt sich nicht in Worte fassen. Wie gut, dass ich für dieses Foto einen Blickwinkel erwischt habe, in dem man die Massen an Touristen nicht sieht! Wer etwas Ruhe haben möchte, ohne das mächtige Gebäude zu missen, macht es sich im schattigen Park dahinter gemütlich.

Fontana di Trevi, Pantheon und Pasta

Wir beschlossen nach dieser ersten, gar nicht so kleinen Besichtigungsrunde, noch etwas im Hotel zu rasten. Für den Abend wollten wir uns ein gemütliches, nicht allzu elegantes Restaurant in der Innenstadt suchen. Verbunden haben wir es mit einem romantischen Spaziergang vorbei am Pantheon und Rom’s berühmtesten Brunnen, der Fontana di Trevi. Mir war das Gewusel an der Fontana di Trevi ehrlich gesagt etwas zu viel, die abendliche Stimmung haben wir aber trotzdem sehr genossen. Nach Muscheln, Pasta und Sekt fehlte nur noch das (für Paul) wichtigste: ein berühmt berüchtigtes italienisches Eis. Davon hat Paul schon den ganzen Sommer über geträumt. Und zumindest beim Eis halten die Italiener immer, was sie versprechen 🙂

„…denn an diesen Ort knüpft sich die ganze Geschichte der Welt an, und ich zähle einen zweiten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt, von dem Tag, da ich Rom betrat.“

Tag 2 – mit der Vespa auf Entdeckungstour – wie Audrey und Gregory

Nach einem ausgiebigen Frühstück starteten wir frisch ausgeschlafen zu unserem heutigen Abenteuer: eine Vespafahrt durch Rom – die wohl stilechteste Art die italienische Haupstadt zu erkunden. Die Inhaber des Bici & Baci, was so viel heißt wie „Radln und Busserl“, empfingen uns mit italienischer Herzlichkeit. Die Vespa darf man sich hier selbst aussuchen. Nach ein paar kurzen Instruktionen brausten wir auch schon los. Mit den anfänglichen Schwierigkeiten hatten wir allerdings gerechnet.

Roms Innenstadt besteht zum einem großen Teil aus Kopfsteinpflaster, klar voneinander abgegrenzte Spuren gibt es kaum. Zudem gelten hier andere Regeln: Rollerfahrer halten an der Ampel (wenn überhaupt) in der ersten Reihe, schaltet die Ampel auf Grün, heulen die Motoren sofort auf. Wer eine Sekunde zu lange braucht, wird von den Autos abgehängt oder ungeduldig angehupt. In Rom fährt man im Zickzack zwischen den Autos durch. Zwischen all diesen scheinbar lebensmüden Fahrern wirkten wir etwas wackelig und unsicher. Ich muss an dieser Stelle sagen, dass Paul ein hervorragender Autofahrer ist: er fährt sicher und vorsichtig, ohne langsam zu fahren, und kann sich Wege wahnsinnig gut merken. Doch selbst ihm verlangte es eine immense Nervenstärke ab, sich an das Durcheinander zu gewöhnen – er wirkte angespannt und das vollkommen zurecht. Mit der Zeit kam die gewohnte Sicherheit zurück, denn das chaotische Straßennetz schien, zumindest in dieser Stadt, zu funktionieren – Unfälle sahen wir hier nämlich keinen. Und noch eines sei an dieser Stelle angemerkt – so schnell, wie die italienischen Emotionen hochkochen und ein Hupen ertönt, so schnell gehen sie auch wieder vorüber. Das Hupen ist hier eher eine Art der Kommunikation. Nimm’s dir also nicht zu Herzen, wenn hinter dir jemand die Nerven verliert – das ist hier normal.

Gut zu wissen

Gute Nachrichten! Anders als in Österreich darf man in Italien Motorräder mit bis zu 125cc Hubraum mit einem einfachen B-Führerschein fahren. Hierzulande ist dafür eine Zusatzausbildung nötig. Angesichts der oftmals waghalsigen Verkehrsmanöver der Römer schadet es aber sicher nicht, wenn man zumindest geübter Autofahrer ist.

Villa Borghese

Ein Fixpunkt unserer Romreise musste unbedingt eine große Grünfläche zum Entspannen sein. Wir entschieden uns für die Villa Borghese, die bekannteste Parkanlage der Stadt. Am Stadtplan erscheint sie wie ein großes, grünes Herz. Man findet hier zahlreiche Brunnen und romantische Ecken. Die Villa Borghese ist außerdem perfekt für eine lange Spaziergänge. Für so einen war es uns an diesem Tag leider zu heiß. Deshalb verbrachten wir eine angenehme Stunde auf einem Bänkchen, schrieben Ansichtskarten und genossen die frische Luft.

Pizza am Piazza del Popolo

Weiter ging es zum nächsten kulturellen Highlight, ganz in der Nähe der Villa Borghese – der Piazza del Popolo. An diesem beeindruckenden Platz fließen die drei Hauptstraßen des historischen Stadtkerns Roms zusammen. Wir schlenderten durch die Gassen, saugten das südländische Leben in uns auf und stärkten uns mit einer Pizza. Wer dem Lärm der Via Nazionale etwas entkommen möchte und trotzdem nicht auf ein Shoppingerlebnis verzichten möchte, findet hier was er sucht.

Castel Sant’Angelo, Tiber & Vatikan

Am Weg zu Engelsburg und Vatikan fuhren wir am Tiber entlang. Diese Fahrt gab uns ein unglaublich befreiendes Gefühl. Der kühle Fahrtwind kam an diesem heißen Sommertag außerdem sehr gelegen. Wir bestaunten das Castel Sant’Angelo (Engelsburg), heute Museum, früher Festung und Schloss des Papstes, und schlenderten durch die kleinen Stände am Fluss entlang. Die zahlreichen Bäume spenden Schatten, die Luft ist durch die Nähe zum Fluss kühler als in der Innenstadt und die Straße bis zum Vatikan steckt voller Leben.

Der Petersdom ist bereits aus immenser Entfernung zu sehen. Er ragt zwischen den Häusern empor, vor ihm bilden sich gewaltige Menschenmassen. Mir persönlich war das Gewusel am Vatikan hier etwas zu viel, deshalb setzten wir uns etwas abseits auf eine Bank, genossen den Sonnenuntergang und ließen die Mächtigkeit der wunderschönen Basilika auf uns wirken.

Fun Fact

Der Petersdom ist durch einen Geheimgang mit der Engelsburg verbunden. Dieser wurde vor mehreren hundert Jahren für Notfälle angelegt, damit der Papst einfach und geschützt an einen sicheren Ort fliehen kann. Er wird Passetto di Borgo genannt und ist auch von außen sichtbar.

Die Vespafahrt durch Rom war die beste Entscheidung, die wir auf dieser Reise getroffen haben. In uns beiden stieg währenddessen das Gefühl hoch, nun so richtig in der Stadt „angekommen“ zu sein. Die Tatsache, nur 3 Tage in Rom verbringen zu können, stresste uns anfangs etwas. Die Fahrt nahm uns jedoch diese negativen Gedanken einfach weg. Sie ermöglichte es uns nicht nur, unglaublich viel von Rom in kürzester Zeit zu sehen, sondern auch versteckte Örtchen zu entdecken und nicht dem Massentourismus zu folgen. Wir fühlten uns als Teil der Stadt.

Piazza di Spagna und Drinks am Tiber

Wir fuhren zurück ins Hotel, machten uns fürs Abendessen frisch und suchten uns ein wunderschönes Lokal in der Nähe der Piazza di Spagna. Vor einigen Jahren war ich an der spanischen Treppe zur Mittagszeit und ich muss sagen, dass mir die Abendstimmung hier besonders gut gefällt. Das Restaurant Di quá war wie für uns gemacht: sowohl Essen, als auch Ambiente und Bedienung waren wunderbar und auch die Preise zudem für römische Verhältnisse gerechtfertigt. Paul gönnte sich einen Oktopus mit Bratkartoffeln, ich aß eine Lasagne und genoss ein Gläschen Sekt (der Vorteil, wenn man nicht selbst fahren muss :D). Paul hatte die fabelhafte Idee, nochmals mit der Vespa zur Engelsburg zu fahren und den Abend in einer der vielen Bars am Tiber ausklingen zu lassen. Was für ein wunderschöner Abend – bei Nacht ist Rom beinahe noch beeindruckender!

Tag 3

Wie ihr auf meiner persönlichen Reisekarte sehen könnt, fiel unsere Route am dritten Tag wesentlicher kürzer aus, als an den beiden Tagen zuvor. Da wir schon so viel von Rom gesehen hatten, beschlossen wir an unserem letzten Reisetag in Cafes zu verweilen und uns auf die Suche nach schönen Mitbringseln zu machen. Wir spazierten von der Piazza Navona bis hin zum lieblichen Campo de‘ Fiori. Dort gustierten wir an den Marktständen, kauften italienische Nudeln und aßen Früchte und Paul natürlich noch ein letztes Eis.

Campo de‘ Fiori

Wunderschön zum Verweilen und Schlendern – der Campo de‘ Fiori; übersetzt bedeutet das so viel wie „Blumenplatz“. Und seien wir ehrlich: ein Platz mit dieser Namensgebung kann nur entzückend sein! Zu unserem Glück befinden sich dort sowohl ein paar italienische Restaurants und coole Cafes. Auf einer tiefen Ledercouch sitzend bestellte ich mir einen Cocktail im Taba Cafe, während ein Mann spanische Musik auf seiner Gitarre spielte. Den Platz kann ich euch also absolut ans Herz legen! 

  

Das letzte (Nachmittags)Mahl

Kurz vor unserer Abreise vom Bahnhof um 19 Uhr gönnten wir uns noch ein letztes italienisches Essen – inklusive Kaffee für Paul. Diesen wird er wohl besonders vermissen. 

Unser Reisebudget für Rom / pro Person
  • Hotel Forum für 2 Nächte inklusive Frühstücksbuffet: 135€
  • ÖBB Nachtzug Hin- und Rückfahrt: 78€
  • Bus zum Hotel: 2€
  • Taxi zum Bahnhof: 5€
  • 1 Vespa für 24h: 30€
  • Frühstück /Abendessen 1. Tag: 25€
  • Abendessen & Drinks 2. Tag: 30€
  • Abendessen 3. Tag: 15€

Gesamtkosten: 320€

with love and happiness

sophie sollmann

Comments: 1

  1. Annika says:

    wow, richtig schöne Bilder!! Da bekommt man direkt Lust in den Urlaub zu gehen.
    Aber da jetzt das Semester los geht steht wohl eher kein Urlaub an…

    Liebe Grüße,
    Annika von sparksandmemories

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.