Marrakesch Travel Guide – Kamele, Hammam & Souks

Written by sophiesollmann

Wenn ich danach gefragt werde Marrakesch zu beschreiben, dann ist es, als würde ich nach einer Definition der Liebe suchen: ich ringe schlichtweg nach Worten. Das wohl Wichtigste, was ich nach meiner Reise durch die rote Stadt sagen kann: Gebt euch selbst Zeit, in Marrakesch anzukommen. 

Marrakesch Medina

Ankunft in Marrakesch & unsere ersten Eindrücke

Nichts, was ich bisher in Europa gesehen habe, lässt sich auch nur annähernd mit der Atmosphäre in der Medina, der Altstadt von Marrakesch, vergleichen. Man fühlt sich, als wäre man in einer anderen, früheren, Zeit angekommen. Am dort größten und berühmtesten Platz, dem Djemaa el Fna, erlebten wir erstmals einen Kulturschock: Schlangenbeschwörer, Geschichtenerzähler, Handleser, Orangensaft-Verkäufer und Frauen, die einem ungewollt Henna auf den Handrücken malen. Alle 2 Minuten wird man beinahe von einem Esel niedergetrampelt – das nicht vorhandene Verkehrssystem und die engen, überfüllten Gassen waren für uns etwas gewöhnungsbedürftig.

Erleichterung verspürten wir, als wir am Weg zu unserem Riad in eine kleine Seitengasse einbogen – als wären wir kilometerweit vom Rummel der Innenstadt entfernt, war es hier plötzlich seelenruhig, wunderbar schattig und fast menschenleer. Von der Hitze vollkommen übermüdet wurden wir im Riad herzlich mit einem gezuckerten Minztee und Keksen empfangen – zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass Gastfreundschaft und jener besagte Minztee in Marrakesch gang und gäbe sind.

Marrakesch MedinaMarrakesch Minztee

Unser Riad war zu unserer Freude äußerst ruhig und vom Lärm der Stadt war kaum etwas zu hören. Für den Ankunftstag namen wir uns, wie meist sonst auch immer, nicht viel vor: Ein bisschen durch die Gassen schlendern und ein Gefühl für die Stadt bekommen. Ohne Stadtplan zogen wir also los und gingen dabei fast verloren. Wie gut, dass die meisten Straßen in einer Sackgasse enden. 

Gut zu wissen:

Euch die Adresse von eurem Riad aufzuschreiben hilft euch in Marrakesch nicht viel. Es gibt hier keine Straßenschilder und auch Hausnummer entdeckt man nur alle paar Minuten. Die Stadt ist derart verwinkelt und voller kleiner Läden, dass euch selbst Einheimische nicht weiterhelfen können. Entfernt euch also nach der Ankunft nicht allzu weit von eurem Riad/Hotel und prägt euch den Weg gut ein. Das Gespür für Straßen und Wege kommt nach wenigen Tagen ganz von alleine.


Unser erster Eindruck?

Marrakesch ist laut, unordentlich aber unheimlich sympathisch. Wir hatten noch am selben Abend das Gefühl bereits ein Teil der Stadt geworden zu sein. Wir lernten seine Eigenheiten und Besonderheiten schnell kennen und lieben. Stress kennt man hier nicht, zumindest nicht in der Medina.

Die Stadt ist von einer ungemeinen Armut geprägt, was uns zu Beginn sehr geschockt hat. An jeder Ecke der Medina sitzen Bettler und streunende Katzen streifen durch die Straßen. Die Erwachsenen üben Berufe aus, die bei uns eher als reines Hobby gelten: sie verkaufen Brot und Obst oder schnitzen Figuren aus Holz. Für mich war es zu Beginn äußerst schwer hinzusehen. Gerade deshalb, da außerhalb der Medina eine derartige Dekadenz herrschte, dass mir fast übel wurde.

Ich schämte mich für den Wohlstand, der in Österreich schier zur Normalität geworden ist. Schnell habe ich aber bemerkt, dass kaum jemand der Einheimischen traurig über das einfache Leben hier ist. Überall sahen wir Kinder gemeinsam spielen und lachen. Die Arbeitenden erzählen einander Geschichten und hatten ebenfalls sichtlich Spaß. Und der Glaube schwebt über der ganzen Stadt, vor allem dann, wenn der Muezzin wieder einmal vom Turm der Moschee Allahu akbar schreit und die ganze Stadt in Stille versinkt.

Und auch wenn der Stadt das Geld für Restaurationen sämtlicher Gebäude fehlen mag, beeindruckten uns die prunkvollen Bauten von der ersten Minute an. Die Stadt wirkt unglaublich lebendig und wir merkten schnell, dass uns die Hektik des europäischen Alltags keineswegs fehlte.

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Dinge, die du in Marrakesch unbedingt machen musst

Ich bin ein Fan von Im-Vorhinein-Planen. Einerseits zahlt es sich preislich aus, andererseits kann man somit auch das Meiste aus seiner Reise herausholen, wie ich finde. Wie planen Paul und ich also unsere Tage? Wir legen an jedem Tag unseres Urlaubs einen Fixpunkt fest. Das kann eine Sehenswürdigkeit sein, die wir unbedingt besuchen wollen oder eine Route, die wir gehen wollen. Was davor und danach passiert wissen wir nicht. Dieser „Plan“ gibt uns das Gefühl von Freiheit, Unbeschwertheit, ohne jedoch ziellos in einer fremden Stadt herumzugehen. Meistens landen wir dann ganz spontan in einem gemütlichen Cafe oder einer wunderschönen, bisher unbekannten Straße. Unsere Marrakesch-Fixpunkte möchte ich euch nun verraten – jeder der folgenden Fixpunkte fand an einem anderen Tag statt, was unsere Reise abenteuerlich und entspannend zugleich machte. 

Durch die Souks streifen

Egal, wohin ihr in der Medina wollt, an den berühmten Souks kommt ihr nicht vorbei. Es ist der größte Basar Afrikas, der sich durch die ganze Stadt zieht – beängstigend und aufregend zugleich. Auch Paul und ich waren komplett begeistert davon. Das Einkaufen haben wir uns bis am letzten Tag aufgehoben, um vorhin einen guten Überblick  über alles und ein Gefühl für die Preise zu bekommen. Allzu viel hatte in unserem Koffer zwar nicht Platz, ein paar goldene Schätze und 2 Hamamtücher haben es dann aber doch hinein geschafft. 

Gut zu wissen:

Kauft nicht alles, was euch angeboten wird. Anfangs werdet ihr noch geduldig jedem Souk-Händler bei seinen Geschichten zuhören – diese Geduld wird schnell verfliegen. So hart es für mich auch war, geht einfach weiter und sagt höflich aber bestimmt „Nein, danke“.
Passt auf eure Taschen auf! Das Gewusel in den Souks ist einladend für Taschendiebe.
Verhandeln, verhandeln, verhandeln! Den anfangs genannten Preis könnt ihr meist um die Hälfte senken und müsst dabei auch kein schlechtes Gewissen haben. Die Verkäufer wissen, dass ihr unwissende Touristen seid und manche wollen dies natürlich ausnützen. Generell ist in Marrakesch das Handeln ein wichtiger Teil der Kultur und einige Händler sehen es gar als Affront, wenn ihr Gegenüber nicht verhandeln will.


Kamelritt bei Sonnenuntergang

Eines meiner bisher aufregendsten Abenteuer war der 2-stündige Kamelritt im Palmenhain von Marrakesch. Gebucht haben wir ein paar Wochen vorher über Get Your Guide. Nach langem Überlegen entschieden wir uns für einen Ritt bei Sonnenuntergang – im Nachhinein waren wir darüber mehr als froh, da die Temperaturen selbst Anfang Mai auf 35 Grad klettern können. Im Ausflug inkludiert war die Abholung vom Riad bzw. vom nächstgelegenen für Fahrzeuge zugänglichen Ort sowie die Rückfahrt. Unser Fahrer war unglaublich nett, geduldig und sprach außerdem gutes Englisch. 

Nach einer kurzen Fahrt kamen wir mitten im Nirgendwo an, wo auch schon unser Kameltreiber samt Tieren auf uns wartete. Nach dem Überstreifen der Nomadenkleidung, die uns vor der Sonne schützen sollte, ging es auch schon los. So viel lässt sich sagen: Es war wackelig, doch viel einfacher als gedacht. Die Tiere sind ruhig, gehen bedacht und das Sitzen auf ihnen ist nur für den Hintern etwas unangenehm. Das einzig Erschreckende war die Höhe, in der wir uns befanden. Nach gut einer halben Stunde machten wir Rast bei einer Berberfamilie, wo wir mit frischem Minztee und Olivenölbrot empfangen wurden. Trotz sprachlicher Barrieren tat uns diese Pause unglaublich gut und die Herzlichkeit der Einheimischen wurde erneut spürbar.

Dieser Ausflug wird mir wahrscheinlich am meisten in Erinnerung bleiben und ich kann es jedem, der nicht unter Höhenangst leidet, vollstens empfehlen. Mit einer Gesamtdauer von  vier Stunden ist es ein perfekter Abendausflug und zudem entkommt man dem nächtlichen Lärm der Medina für ein Weilchen.

Marrakesch Kamelreiten Sonnenuntergang Marrakesch Kamel Nomadenkleidun

Gut zu wissen:

Geduld bewahren! Die Abholung kann sich schon mal um 10 Minuten verzögern. Werdet also nicht nervös, so wie wir es waren, wenn ihr euer Taxi nicht sofort erblickt. Bleibt ruhig und aufmerksam und haltet euer Handy bereit.
Bequeme und luftige Kleidung anziehen! Auch wenn auf Instagram immer wieder Bilder von jungen Frauen in leichten Sommerkleidern kursieren – die Realität sieht, wie so oft, anders aus. Die Nomadenkleidung ist Pflicht und noch dazu bequem. Das Sitzen auf den großen Tieren kann schnell zu Schmerzen führen, wenn ihr mit nackigen Knien reitet.
Achtung vor Mosquitos! Am Ende unseres Ritts wurden Paul und ich Opfer dieser lästigen Tierchen. Wenn es dunkel wird, kann es schnell gehen und sie zerbeißen dich innerhalb weniger Sekunden. Da wir nicht schnell genug reagierten, schafften es einige ins Auto – noch Tage nach unserer Reise juckte unser Körper wie wahnsinnig. Mit den Gelsen, wie wir sie kennen, sind diese afrikanischen Mücken wirklich nicht zu vergleichen, also legt euch nicht mit ihnen an! 🙂 


 Jardin Majorelle – Garten von Yves Saint Laurent

Der Jardin Majorelle ist ein Paradies mitten in Marrakesch. Zu seinen Lebzeiten wurde diese kleine Parkanlage von Yves Saint Laurent übernommen und in eine blühende Ruheoase verwandelt, vergleichbar mit einem botanischen Garten.  Mit der markanten blauen Farbenpracht, der Vielfalt an Pflanzen und der puren Entspannng, die man hier verspürt, ist es kein Wunder, dass der Jardin Majorelle täglich tausende Besucher anzieht. Für unsere Begriffe ging es jedoch relativ ruhig zu an diesem Tag – es war ein Sonntag.

Wir haben uns für den halbstündigen Fußmarsch entschieden, um so viel wie möglich von Marrakesch zu sehen. Der Garten war als Halbtagesausflug gedacht – wir packten Handtücher, Bücher und Kamera ein und verbrachten gemütliche vier Stunden dort – wahrscheinlich etwas länger, als der durchschnittliche Besucher.

Marrakesch Jardin Majorelle Yves Saint LaurentMarrakesch Jardin Majorelle Yves Saint Laurent OutfitMarrakesch Jardin Majorelle Yves Saint Laurent
Gut zu wissen:

Raus aus den Federn! Je früher ihr dort seid, umso ruhiger ist es im Park. Wir kamen etwa um 10 Uhr Vormittags beim Jardin an und die Schlange war relativ kurz.
Nehmt euch Proviant mit, wenn ihr Geld sparen wollt. Im Jardin gibt es zwar ein kleines Cafe, wo auch wir uns etwas Stärkung holten, jedoch sind die Preise ziemlich gehoben. Im Park gibt es unzählige Sitzmöglichkeiten im Schatten, wo ihr euer mitgebrachtes Essen in Ruhe genießen könnt.


 Pooltag im Luxushotel La Mamounia

Obwohl unser Riad zur oberen Mittelklasse zählte, waren die 8 Tage in Marrakesch billig im Vergleich zu anderen Städtetrips. Das lag vor allem am günstigen Essen und den beschränkten Shoppingmöglichkeiten. Wir waren darauf vorbereitet, dass die Hitze uns zu schaffen machen würde und haben immer wieder vom so genannten Pool-Day-Pass gelesen. Am 4. Tag unseres Trips leisteten wir uns also einen der besagten Pool-Tage.
Und so funktioniert’s: Die meisten großen Hotels in Marrakesch haben Swimmingpools, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Einfach vorher online buchen und schon könnt ihr die Poolanlage den ganzen Tag nutzen. Die Preise beginnen bei 20€ pro Person, bei manchen ist sogar ein Mittagessen dabei. 

Wir entschieden uns für eine luxuriösere Variante: das La Mamounia, eines der Top-Hotels der Stadt. Die Entscheidung basierte auf dem gebotenen Angebot (große Poolanlage, Benützung des Spa-Bereichs und die riesige Parkanlage des Hotels), der kurzen Entfernung zu unserem Riad (die meisten Hotels mit Pool-Tagespass waren nur mit dem Auto erreichbar; vom Djemaa el Fna war es zum La Mamounia nur ein 15-minütiger Fußmarsch) und dem guten Preis-Leistungsverhältnis (50€ pro Person). 

Das La Mamounia ist mindestens genauso schön, wie man es von Fotos kennt. Etwas fehl am Platz fühlten wir uns, um ehrlich zu sein, schon, als wir andere Gäste dabei beobachteten, wie sie bereits um 11 Uhr Vormittags kleine Gläser Sekt für 30€ schlürften. Und auch beim Anblick der Speisekarte hielten unsere Münder der Gravitation nicht mehr Stand. So sehr wir an diesem Tag auch nicht aufs Geld schauen wollten, das einzige was wir uns im Restaurant leisten MUSSTEN, ansonsten wären wir wohl verdurstet, war eine Flasche gekühltes Mineralwasser für 7€. Trotz der in der heißen Luft liegenden Dekadenz machten Paul und ich das Allerbeste aus diesem Tag – so wie wir es immer tun. Wir genossen die Ruhe, das Sonnen und einen ausgiebigen Spaziergang durch die riesige Gartenanlage. Im Nachhinein kann ich sagen, dass dieser Pooltag unbedingt notwendig war, um etwas Erholung zu bekommen. Die Atmosphäre dort war wirklich wunderschön, die Anlage mehr als gepflegt und der Preis meiner Meinung nach auch gerechtfertigt.

Trotzdem haben wir beide festgestellt, dass wir nicht glücklich gewesen wären, hätten wir uns in einem dieser teuren Hotels abseits der Medina einquartiert – abgesehen davon, dass wir es uns ohnehin nicht leisten hätten können. Was sich vor den Hotels abgespielt hat, war wirklich traurig. Es erinnerte an Szenen, wie man sie aus Indien kennt. Auf der einen Seite hausen die Reichen in ihren Villen; nur ein paar Meter weiter sieht man die von Armut gekennzeichneten Slums. Als wir das Hotel am Abend verließen wartete eine Gruppe junger Buben davor; bettelnd. Die Kinder wussten genau, dass jene Leute, die das La Mamounia verlassen, im Wohlstand baden und erhofften sich ein paar Dirham. So entspannend unser Pooltag auch war, so sehr erfüllte es mich mit Trauer diesen Kindern zuzusehen.

Legt euren Wunsch nach Luxus etwas ab, wenn ihr nach Marrakesch verreist und sucht euch ein gemütliches Riad innerhalb der Medina – nur so lernt ihr das einzigartige Marrakesch und seinen Flair wirklich kennen. 

La Mamounia PoolLa Mamounia Marrakesch OutfitLa Mamounia Marrakesch

Gut zu wissen:

Bucht unbedingt im Vorhinein und lasst euch eine Bestätigung zukommen. Obwohl wir mehrmals mit dem zuständigen Personal in Kontakt waren, bekamen wir beinahe keinen Platz mehr am Pool.
Mitgebrachte Wasserflaschen gut verstecken! Wir hatten den Plan mehrere Wasserflaschen mit ins Hotel zu nehmen, um Geld zu sparen. Dieser ging leider nach hinten los, da uns das Wasser bei der Security-Kontrolle (ja, eine Kontrolle!) abgenommen wurde. Nehmt am besten kleine Plastikflaschen mit, die ihr heimlich in ein Handtuch wickeln könnt.
Unbedingt Proviant mitnehmen! Hätten wir im Restaurant des La Mamounia zu Mittag gegessen, wären wir danach bestimmt jeder um 100€ leichter gewesen. Packt euch unbedingt Proviant ein!  Selbst der kleinste Käse-Toast kostet im Hotelrestaurant 15€ und wird euch nicht satt machen. 


Madersa Ben Youssef und Maison de la Photographie

Ben Youssef

Unser erster Fixpunkt am Tag nach unserer Anreise war die Madersa Ben Youssef, eine der schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wenn nicht des Landes. Die ehemalige Koranschule im Norden der Medina wurde vor gut 50 Jahren restauriert und beeindruckt an jeder Ecke. Den Besuch der Madersa solltet ihr euch unbedingt einplanen, egal ob ihr kurz oder lange in Marrakesch seid. Verbinden könnt ihr es mit dem Museum Marrakesch und dem Maison de la Photographie – und voilà habt ihr einen perfekten Plan für einen heißen Tag in Marrakesch.

Madersa Ben Youssef OutfitMadersa Ben Youssef

 

Maison de la Photographie

Maison de la Photographie Maison de la Photographie

Bahia Palace und Hammam-Besuch

Bahia Palace

Diese etwas versteckte Palastanlage liegt im Zentrum von Marrakesch und zählt definitiv zu den schönsten Plätzen dort. Am meisten beeindruckt haben mich die Gärten und die Mosaikdecken. Verbracht haben wir dort eine gute Stunde – verbinden lässt sich der Besuch des Palastes hervorragend mit einem Hammam-Besuch im Les Bains de Marrakech, welches sich nur 5 Gehminuten davon entfernt befindet. 

Marrakesch Bahia PalaceMarrakesch Bahia PalaceMarrakesch Bahia Palace

Ein Besuch im Hammam

Einen wirklich perfekten Abschluss hatte unsere Reise durch den Besuch eines typisch marrokanischen Bades, dem Hammam. Städtetrips können schnell an der Energie zerren, uns ist es deshalb immer wichtig, dass wir auf Reisen sportliche Aktivitäten (damit sind auch lange Gehzeiten gemeint) und ruhige Entspannungstage abwechseln. Unsere Hammam-Behandlung war perfekt, um uns etwas Zeit für uns selbst nehmen zu können. Für uns war es eine entspannende Erfahrung, die wir zuvor noch nicht erlebt haben. Wir entschieden uns für eines der bekanntesten Bäder, das Les Bains de Marrakech, und The traditional one – 45 min Hammam & der traditionelle Body Scrub + 1h Massage. Pro Person kostete die Behandlung 60€. 

Berührungsängste solltet ihr nicht haben: Wir verbrachten eine halbe Stunde in einem Raum, der einer Sauna ähnelte. Wir mussten uns bis auf die Badehose/Bikinihose ausziehen und wurden mit der Savon Noir, also einer schwarzen Seife (typisch marrokanisch!), zuerst eingecremt und dann mit einem angenehm körnigen Waschlappen von oben bis unten abgeschrubbt. Danach folgte eine Körpermaske; nach etwa 20 Minuten wuschen wir uns alles wieder herunter. Wir waren weich wie ein Babypopo. Eingerieben und abgewaschen wurden wir von einer netten Dame, die während des gesamten Aufenthalts in diesem Raum für uns zuständig war.

Nach dem ersten Teil unserer Behandlung wurden wir in einen Ruheraum gebracht – hier war es vollkommen still und atemberaubend schön. Ein kurzer Sprung in den Indoor-Pool, ein erfrischender Tee mit Keksen und Liegen so weich wie Betten. Nach der kurzen Rast wurden wir in den nächsten Raum gebracht, wo wir eine wirklich wohltuende und sanfte Massage bekamen. Hier war es vollkommen dunkel und es spielte sanfte Musik. Danach durften wir in einem anderen Raum erneut entspannen, bis wir letztendlich zurück zur Umkleidekabine geführt wurden. Es war ein Erlebnis der ganz besonderen Art und ist seinen Preis mehr als wert. 


Gut zu wissen:

Nehmt euch danach nicht allzu viel vor! Wir haben uns relativ entspannt und zugleich auch müde gefühlt und waren froh darüber, dass wir den Abend am Dach unseres Riads ausklingen ließen. Auch ein schönes Abendessen sollte danach nicht am Programm stehen – meine Haare waren nass und ölig und auch meine Kleidung bekam ein bisschen etwas davon ab.
Sagt wenn es schmerzt! Scheut euch nicht davor der Dame zu sagen, wenn euch der Scrub zu fest ist. Ich hatte an diesem Tag einen leichten Sonnenbrand am Brustbereich, welcher bereits bei der kleinsten Berührung schmerzte. Ihr müsst euch nicht quälen und die Damen haben dafür vollstes Verständnis.

ALLGEMEINE TIPPS ZUR KULTUR

Kleidung | Die Bekleidungsgepflogenheiten des Islam besagen, dass vor allem Mädchen und Frauen ihre Körper bedeckt halten sollen. Auch wenn unzählige Reiseführer immer wieder betonen, wie wichtig es ist, keine Beine und Arme zu zeigen, bekam ich von dieser Strenge nur wenig mit. Ich trug meist bodenlange Röcke oder Kleider, meine Schultern und Arme waren oft frei aufgrund der Hitze. Für Museen und religiöse Plätze nahm ich mir ein leichtes Sommertuch mit. Ich denke, jeder muss für sich selbst entscheiden wie er sich in Marrakesch kleidet. Je mehr ihr euch anpasst, desto wohler werdet ihr euch fühlen. Verzichtet am besten auf körperbetonte Kleidung und lasst eure Miniröcke zu Hause.

Essen | Schöne und gemütliche Restaurants und Cafes sind in Marrakesch mehr als versteckt. Es ist bestimmt von Vorteil, wenn ihr online nach etwas sucht und dann gezielt dort hin geht. Es gibt ein paar wirklich coole Adressen, welche ihr auch in jedem Reiseführer findet. Die typische Tajine in all ihren Varianten ist wirklich zu empfehlen, solltet ihr jedoch die Möglichkeit haben, etwas anderes zu essen, dann tut es! Marrakeschs Küche ist leider etwas eintönig und einen Italiener werdet ihr dort leider nicht finden.

Touristenfallen | Solltet ihr nach dem Weg suchen, dann bitte unauffällig in einer ruhigen Gasse. Die Einheimischen wittern jede Gelegenheit um Geld zu verdienen. Sollte euch doch jemand anreden und euch zum „Big Square“ führen wollen, lehnt dankend ab – seid dabei bestimmt, ansonsten werden sie nicht von eurer Seite weichen und am Ende Geld von euch verlangen.

Marrakesch Medina

with love and happiness

sophie sollmann

Comments: 8

  1. Julie says:

    Toller Bericht und wunderschöne Fotos! Das bestätigt mich einmal mehr, unbedingt mal nach Marrakesch zu reisen.
    Liebe Grüße
    Julie

    • sophiesollmann says:

      Liebe Julie, dankeschön! Marrakesch ist wirklich einen Besuch wert; zwar ganz anders als die Städte die ich bisher besucht habe, aber genau das ist ja das Tolle am Reisen 🙂

  2. Hallo Sophie,

    da hast du eine sehr treffende Zusammenfassung von einer faszinierenden Stadt geschrieben. Ich war leider nicht so lange in Marrakesch, aber lange genug, um zu wissen, wieder dorthin zu wollen :-). Dein Reisebericht hat mich gerade ausführlichst daran erinnert. Interessante Fotos, die du für deinen Bericht gewählt hast.

    Liebe Grüße, Andrea

    • sophiesollmann says:

      Hallo Andrea, vielen lieben Dank. Ich denke, Marrakesch kann man sowohl in 3 als auch in 7 Tagen erleben – das ganz besondere Flair bekommt man immer zu spüren 🙂 Freut mich, dass ich dir ein paar schöne Erinnerungen bescheren konnte 🙂

  3. Karo says:

    Sehr schöner Artikel und super Bilder! Ich plane auch demnächst eine Reise nach Marrakesch und freue mich jetzt umso mehr- danke!

    • sophiesollmann says:

      Hallo Karo, vielen Dank! Plant unbedingt ein paar Ausflüge – nicht, dass mir die Medina nicht gefallen hat, aber das Chaos und die Unordnung können einem schnell zu viel werden, vor allem wenn man die Ruhe von europäischen Gassen gewohnt ist 🙂 Einfach im Vorhinein nachsehen, was so angeboten wird und einfach ein paar Mal aus der Stadt rausfahren – es gibt auch ein paar schöne Parks, die sehr zu empfehlen sind! Ganz liebe Grüße, Sophie

  4. Lisa says:

    Wow, was für Bilder! Unglaublich schön! Da wird meine Sehnsucht nach dem Orient und einem frischen Minztee wieder groß… Danke für die guten Tipps, werde ich mir abspeichern für den (hoffentlich baldigen) Trip nach Marrakesch! Liebe Grüße, Lisa

    • sophiesollmann says:

      Hallo Lisa, freut mich sehr wenn ich dir Reiselust bereitet habe 😀 Solltest du noch andere Fragen haben kannst du mir jederzeit schreiben! 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Sophie Sollmann

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